Die Taucherkrankheit
Der Tauchsport erfreut sich auch in unseren Landen einer immer größeren Beliebtheit. Sowohl für Berufstaucher aber auch für Sporttaucher werden alle Teile ihrer Ausrüstung von den Herstellern kontinuierlich weiter entwickelt, damit der Taucher sich unter Wasser jederzeit gut orientiert und möglichst gefahrlos bewegen kann. Unter der Oberfläche des betauchten Gewässers ist der Taucher mannigfaltigen Gefahren für Leben und Gesundheit ausgesetzt, die er dank seiner guten Ausbildung jedoch meist erkennt und beherrscht.
Eine Gefahr besteht zum Abschluss eines jeden Tauchganges dennoch, nämlich in der letzten Phase beim Auftauchen. Ab einer gewissen Tauchtiefe darf das Auftauchen nicht zu rasch erfolgen, denn sonst droht die so genannte Dekompressionskrankheit (engl. decompression sickness DCS oder decompression illness DCI). Diese hat ihre Ursache in einer zu schnellen Druckentlastung. Die im Blut des Tauchers gelösten Atemgase, insbesondere Stickstoff, werden in alle Teile des Körpers transportiert. Der Stickstoff wird im Körpergewebe zwischengespeichert. Die Gewebe entsättigen sich beim Auftauchen von dem eingelagerten Stickstoff, dieser wird vom Blut bis zu den Lungen transportiert, wo er wieder abgeatmet werden kann. Geschieht das Auftauchen nun zu schnell, nimmt der mechanische Druck auf den Körper auch schneller wieder ab. Sowohl Blut als auch Gewebeflüssigkeit weisen in diesem Falle eine Übersättigung an Stickstoff auf, der nicht langsam abgeatmet werden kann. Im Blut bilden sich dann Bläschen ähnlich wie bei einer plötzlich geöffneten Flasche mit Sprudel. Diese plötzlich entstehenden Gasblasen sind in sofern gefährlich, als dass sie zu inneren Verletzungen führen und gleichfalls eine so genannte Gasembolie hervorrufen können, die zu einer unvollständigen Versorgung verschiedener Gewebebereiche mit Blut führen kann. Die Bläschen können sich in der Muskulatur, in der Haut, in den Gelenken oder in den Knochen anlagern. In diesen Partien des Körpers kann es zu Beschwerden, angefangen von Juckreiz über Druckempfindlichkeit und Gelenkschmerzen bis hin zu Bewegungseinschränkungen, kommen. Lagern sich die Bläschen im Innenohr, im Rückenmark oder gar im Gehirn an, kann das zur Beeinträchtigung des Gleichgewichtsempfindens oder gar zu Lähmungen führen. Bei schlimmeren Verlaufsformen kann es zu Langzeitschäden kommen. Ganz kritisch wird es, wenn die Gasanreicherungen zu einem zentralen Lungenriss führen, was dann in der linken Kammer des Herzens embolische Verschlüsse hervorrufen kann, die eine lebensbedrohliche Situation darstellen.